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17. Mai 2016, 9:28 Uhr

Florian Schilcher — der Mann für die entscheidenden Momente

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FC Bad Kohlgrub III – TSV Peiting III 1:4 (1:2)
1:0 Thomas Lory (25.)
1:1, 1:2, 1:4 Tim Schmid (28., 40., 83.)
1:3 Stephan Schleich (68.)

Aufstellung: Jan Scheffel — Tobias Mayer, Christopher Friebel, Christoph Mayr, Uli Schmid — Stephan Schleich, Alexander Mayr, Julius Pfeffer, Josef Reichart, Tim Schmid — Florian Schilcher
Ersatzspieler: Felix Dülmer, Sebastian Kraus

Bad Kohlgrub | 13 Spieler auf dem Spielberichtsbogen, die Trikots mit den richtigen Größen fast an jedem dazugehörigen Körper und mit Florian Schilcher einen Mann in den eigenen Reihen, der dem Spiel seinen Stempel aufdrücken sollte. Aber dazu später mehr.
Nachdem der letzte dreifach-Punktgewinn der dritten Mannschaft bedingt durch eine Spielabsage, spielfrei und zwei schwächeren Partien bereits knapp einen Monat zurückliegt, sollte sich der Erfolg im Schatten des Hörnles am vergangenen Samstag wieder einstellen. Trainer Max Schmid (kürzlich mit dem Kinder-Überraschungsei-Sonderpreis für cleveres Marketing ausgezeichnet) zauberte nach der Absage von zahlreichen Spielern, mit Jan Scheffel, Florian Schilcher, Julius Pfeffer und Felix Dülmer, vier Athleten aus dem Hut, die in dieser Saison bisher noch kaum zum Einsatz kamen. Und es sei vorweg genommen: Sie machten ihre Sache äußerst ordentlich. Wie dem Beitragsbild zu entnehmen ist, stellte uns Coach M. Schmid taktisch äußerst geschickt ein. Motivierende Worte in der Kabine, die letzten Trikots über den Leib gestreift und die Stollen nochmal nachgezogen. Es war alles angerichtet. In den Gesichtern der 13 Peitinger Helden loderte das Feuer, sobald sich die Mundwinkel nach zu-Ende-Lachen wegen des letzten Witzes wieder ausgerichtet hatten. Und dennoch: Nach 25 Zeigerumdrehungen gerieten die Jungs um Kapitän Christoph Mayr in Rückstand. Die Mannschaft hatte sich bis dato noch nicht auf die Laufwege von Florian „Flossn“ Schilcher eingestellt, weswegen die meisten Angriffe verpufften. Hinzu kam, dass auch Jan Scheffel – nach eigener Aussage Welttorhüter ’95, ’96 und 1998 – 2004, sowie Tour-de-France-Sieger 1997 – beim Gegentreffer machtlos war. Doch schon 180 Sekunden später schafften es die Jungs den Rückstand zu egalisieren. Julius Pfeffer bediente Tim Schmid, der aus rund 16 Metern vollenden konnte. Vorausgegangen war ein perfektes Einlaufen Florian Schilchers im Rücken des Torschützen, der den Weg zum Ausgleich somit ebnete. Und auch beim Führungstreffer in der 40. Minute hatte „Flossn“ seine Füße im Spiel: Steilpass auf außen, Tim Schmid wollte in die Mitte legen, wo ein Kohlgruber Akteur den Ball – da er derart geschickt bedrängt wurde – nur mehr ins eigene Tor lenken konnte. Nachdem der Rückstand durch diesen enormen Kraftakt gedreht wurde, fiel die Halbzeitansprache vergleichsweise kurz aus. Handgestoppte drei Minuten und 18 Sekunden zeigte uns Max Schmid die Fehler auf. Die restlichen zehn Minuten konzentrierte man sich, um das von den drei zahlenden Zuschauern erwartete Offensiv-Spektakel in der zweiten Hälfte doch noch abzubrennen. Und obwohl der zweite Durchgang auch nur zwei Treffer für unsere Mannschaft bereit hielt, war die Leistung insgesamt in Ordnung. Mussi und Füssi (die Namensähnlichkeit zu gewissen WM-Maskottchen ist nur zufällig) hielten hinten den „Laden zusammen“. Im Mittelfeld krönte Stephan Schleich seine starke Laufleistung (laut tsu-Datenbank 4,3 Kilometer; der Durchschnitt in der B-Klasse beträgt 3,21 km) mit einem sehenswerten Treffer. Und wieder war Florian Schilcher daran beteiligt: Der 26-Jährige war drei Minuten zuvor noch ausgewechselt worden. Die Peitinger Ultras (Marco Mendes) forderten schon den Stuhl des Trainers, hatten jedoch die dahinterstehende Taktik nicht bedacht. Florian verwirrte den Gegner (O-Ton: „Hoffentlich kommt er nicht wieder“) beim Warmlaufen derart, dass Stephan sein Tor erzielen konnte. Da Florian Schilcher auch immer ein Gespür für den richtigen Umgang mit seinen Kameraden hat, wollte er sich an diesem Samstagnachmittag nicht noch weiter ins Notizbuch der zahlreich anwesenden Scouts spielen. So umkurvte er nach seiner erneuten Einwechslung den gegnerischen Torwart und wurde von den absichtlich zu hoch gewachsenen Grashalmen touchiert, so dass er sein Gleichgewicht verlor. Beschweren? Fehlanzeige! Er zeigte sportliche Größe und stolzierte weiterhin voller Anmut und Grazie über den Rasen. Das 4:1, welches gleichzeitig den Endstand bedeutete und von Torhüter Jan Scheffel vorbereitet wurde, war nur noch eine Randnotiz. Die Frage nach der Überraschungs-Ei-Auszeichnung für den besten Spieler stellt sich nach diesem Tage nicht!

Fazit: In Folge des doch letztlich souveränen Sieges, widmete man sich anschließend den wirklich wichtigen Dingen. Ein herzliches Dankeschön an Bad Kohlgrub – so fair stellt man sich das in diesen fußballerischen Gefilden vor. Und auch wenn der oben stehend Bericht natürlich mit einem Augenzwinkern zu lesen ist, wollen wir in den ausstehenden Spielen selbstverständlich den zweiten Rang verteidigen – hoffentlich mit Florian Schilcher!

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Dieser Artikel wurde verfasst von Tim Schmid

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