Die 2000er Jahre

Vor der Saison 1999/2000 wurden die Ligen neu eingeteilt. Wie bereits erwähnt spielte die 1.Mannschaft fortan in der Kreisliga, welche gemeinsam mit der Kreisklasse so zu sagen zwischen A-Klasse und Bezirksliga geschoben wurde. Unsere zweite Mannschaft wurde in die neu formierte B-Klasse eingeteilt. Von nun an war es also auch den „Reserveteams“ möglich, auf- und abzusteigen.

Krimi gegen Wackersberg sichert erneuten Bezirksligaaufstieg

Passend zum „Millenium“ wurde die Mannschaft um Roland Wolf, Markus Ansorge und den inzwischen von Garmisch „heimgekehrten“ Stefan Jocher, Vizemeister und zog somit in die Relegationsrunde ein. Im ersten Qualifikationsspiel schlug das Team um den Doppeltorschützen Thomas Jocher, Wackersberg mit 3:0. Das zweite Relegationsspiel wurde schließlich zu einem der denkwürdigsten der Vereinsgeschichte. Am 14. Juni 2000 trafen Ewald Nagels Jungs in Türkenfeld auf den MTV Berg. Bereits nach zwölf Minuten ging man durch Thomas Jocher in Führung. Nachdem Berg den Spielstand egalisierte, stellte Kapitän Stefan Jocher noch vor der Halbzeit auf 2:1. Dann kippte das Spiel, und man war sieben Minuten vor Ende mit 2:3 hinten, ehe Larbi Benmekki noch den Ausgleich erzielte. In der Verlängerung überschlugen sich dann die Ereignisse. Drei rote Karten, ein unberechtigter Elfmeter für Berg und das Traumtor von Thomas Schmid zum mittlerweile 5:4 machten das Spiel zu einem echten Erlebnis. Aber getreu dem Motto: Ende gut, alles gut – der Aufstieg in die Bezirksliga nach zehnjähriger Abstinenz war besiegelt. Unzufrieden konnte man lediglich mit der Haarpracht sein, die sich einige Spieler auf Grund des Aufstieges zulegten. Rosa, blond, fünf Millimeter – es war alles dabei!

Das kommende Jahr versprach sogar noch besser zu werden. Bezirksligaklassenerhalt und Aufstieg der 2. Mannschaft in die A-Klasse ließen die Fußballherzen unter dem Schlossberg höher schlagen.

Einen Eindruck von ihrer hohen technischen Finesse gab uns die Mannschaft darüber hinaus in den beiden Wintern 2000 und 2001. Beide Male konnten sie das Ticket zur Oberbayerischen Meisterschaft lösen.(Seit 1989 das erste Mal) Während sie zum Jahrtausendwechsel noch im Halbfinale am damaligen Landesligisten TUS Geretsried scheiterten, drangen sie ein Jahr später gar bis ins Finale vor. Mit 3:0 führte man dort bereits gegen 1860 Rosenheim. Der Jubel in der Manchinger Halle kannte keine Grenzen. Erst als der Landesligist das Spiel drehte, um noch mit 6:3 zu gewinnen, musste man sich vom Traum der „Bayerischen“ verabschieden. Dennoch ein toller Erfolg, der bislang nicht mehr zu wiederholen war.

Oberbayrischer Hallenvizemeister 2001

Oberbayerischer Hallen-Vizemeister 2001

(hinten von links) Thomas Eckert, Stefan
Jocher, Hubert Greithanner, Roland Wolf, Hannes Bauer, Betreuer Günther Timm (vorne
von links) Manfred Fuchs, Siegi Gruber, Thomas Jocher, Christoh Oswald, Hubert
Geisenberger, Robert Bachmeier

Zwei weitere Highlights dieser Zeit fanden im Juli 2001 statt. Wie Profis müssen sich die Spieler gefühlt haben. Am 14. Juli spielte die FAP gegen den damaligen Bundesligaabsteiger SpVgg Unterhaching und unterlag dort im heimischen Stadion vor über 700 Besuchern erwartungsgemäß mit 1:10. Vier Tage Später folgte eine Auseinandersetzung mit dem zu dieser Zeit noch erstklassigen TSV 1860 München in Schongau. Eine Auswahl von Spielern aus Peiting und Umgebung verlor mit 2:12.

Unglücklicherweise musste unsere 1. Mannschaft wieder einmal im „verflixten zweiten Jahr“ in die Kreisliga absteigen. Vor allem das Verletzungspech in der Rückrunde war dafür verantwortlich, dass nachdem man in der Winterpause noch einen hinteren Mittelfeldrang einnahm noch auf Platz 14 abrutschte. Doch man wäre nicht die FA Peiting, wenn man nicht schon im Folgejahr 2002/2003 einen neuen Angriff auf die Bezirksliga gestartet hätte.

Und beinahe hätte dies auch noch geklappt. Obwohl der Start mit vier Niederlagen in Serie äußerst holprig verlief, startete man im Anschluss eine Aufholjagd und konnte am Ende den 2. Platz für sich verbuchen. Wieder einmal stand also ein Relegationsspiel bevor, welches jedoch in Eglfing mit 1:3 an den SV Wackersberg ging. Der Traum, erneut Bezirksliga zu spielen war also erst einmal ausgeträumt. Die zweite Mannschaft hingegen konnte noch einen draufsetzen. Auch sie wurden „Vize“ der A-Klasse, machten es im Anschluss aber besser wie die Kollegen von der Ersten. In Riederau setzten sich die Mannen von Uwe Enzmann, der zu dieser Zeit die Betreuung der Mannschaft übernahm, mit 3:1 gegen den FSV Eching durch. Kreisliga und Kreisklasse, unsere beiden Teams trennte fortan nur noch eine Liga.

Nach vier Jahren beendete Ewald Nagel im Sommer 2003 seine Tätigkeit in der Marktgemeinde. Zwei Jahre Bezirksliga, dazu ein Titel und Vizetitel in der Kreisliga. Wahrhaftig eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Das Erbe von Nagel trat indes Walter Andres an. Wahrlich große Fußstapfen in die der Fuchstaler treten musste, doch er sollte die Erwartungen voll und ganz erfüllen. Eine Reihe von Torfestivals erlebten die Zuschauer der FAP 2003/04. Insgesamt schossen Jocher, Resch, Benmekki und Co ganze 103 Treffer in 28 Spielen. Macht einen Schnitt von über 3,6 Toren pro Spiel. Doch ein Mann hatte besonderen Anteil am Erfolg der Mannschaft. Thomas Jocher erzielte in 24 Partien 38 (!) Tore und „erschoss“ so manchen Gegner fast im Alleingang. Dass das Jahr jedoch nicht dominanter ausfiel, lag an der Defensive, die unter der offensiven Spielweise etwas litt. 47 Gegentreffer hatte man zum Ende kassiert. Nichts desto trotz sicherte man sich am letzten Spieltag durch einen 4:1-Sieg in Raisting die Meisterschaft mit zwei Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz aus Weilheim. Mit Autokorso ging es schließlich am Stadion der Weilheimer vorbei zur großen Sause ins Bergwerk, und es ertönte so manches Mal „ Ma-ia-hii, Ma-ia-huu, Ma-ia-hoo, Ma-ia-haa!“

Meisterschaft 2004

Meistermannschaft 2004

Unter Trainer Walter Andres (2. Reihe 3. von links) schaffte die
1. Mannschaft den erneuten Aufstieg in die Bezirksliga

Es stand der Abteilung also wieder einmal eine Bezirkligasaison ins Haus. Leider musste unsere 2. Mannschaft nach dem sensationellen Aufstieg bereits ein Jahr später wieder ihre Segel in der Kreisklasse streichen. Am Ende fehlten zwei Punkte zum Relegationsplatz. Vielleicht waren es genau die zwei Zähler, die unserer 1. Mannschaft zum Schluss den Titel sichern sollten. Wer weiß…

3000 Zuschauer sehen vier Peitinger Tore gegen den FC Schalke 04

Absolutes Highlight der Saison war jedoch das Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 am Ostersonntag 2004. Den Beziehungen von unserem 2.Vorstand Hubert Strobel und TSV-Präsident Hermann Lang zu Victoria-Versicherungen war es zu verdanken, dass der Bundesligist am Tag nach ihrem Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München einen „Zwischenstopp“ in Peiting einlegte. Über 3000 Zuschauer fieberten dem Event bei und erlebten ein echtes Spektakel. Strahlender Sonnenschein, tolle Helfer und insgesamt 18 Tore (Endstand 4:14) ließen sogar den damaligen Schalker Manager Rudi Assauer, über unseren Verein ins Schwärmen geraten.

Spiel gegen Schalke

Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 im Jahr 2004

Die Bundesligaprofis mit den
Spielern der FA Peiting vor dem Anpfiff

2004/2005 war eine turbulente Saison für unsere Jungs. Auf Grund enormer Verletzungssorgen, vor allem fehlten oft die erfahrenen Leistungsträger, kämpfte man eigentlich das komplette Jahr über gegen den Abstieg. Den konnte jedoch auch Ewald Nagel, der für ein paar Spiele einsprang, als man sich von „Meistermacher“ Andres getrennt hatte, nicht verhindern.

Martin Kindermann baut kontinuierlich auf die eigene Jugend und formt etablierte Bezriksligamannschaft

Zum Spieljahr 2005/2006 wurde schließlich Spielertrainer Martin Kindermann vom TSV Weilheim verpflichtet. Mit seinem Engagement stiegen auch die Erwartungen wieder und so gab man als Saisonziel rasch den Aufstieg aus. Klar, denn  Kindermann hatte ja auch schon die Weilheimer in die Bezirksliga geführt und sich dort auch behauptet. Doch nach einem etwas holprigen Start, musste das Ziel nach unten korrigiert werden. Letzlich sprang ein zufrieden stellender 5. Platz heraus.

Martin Kindermann

Martin Kindermann

wurde für die Saison 2005/06 als Trainer verpflichtet und führte die Mannschaft ein Jahr später in die Bezirksliga

Ein Jahr später wollte man dann wieder ganz oben angreifen. Kindermann blieb seiner Linie treu und baute kontinuierlich auf die eigene Jugend. Und das sollte sich auszahlen. Acht Punkte Rückstand hatte man vier Spieltag vor Saisonende bereits auf Spitzenreiter Herrsching. Ziel war zu dieser Zeit eigentlich der 2.Platz, um in der Relegation noch um den Aufstieg kämpfen zu können. Rot-weiße Irokesen wolle man sich färben lassen, falls man den 2.Platz erreiche. Eine sensationelle Schlussphase spielten die Jungs um Kapitän Stefan Jocher und holten tatsächlich den Rückstand noch auf. Am letzten Spieltag schlug man den damaligen Dritten aus Fuchstal mit 5:1. Die FA Schongau leistete gleichzeitig „Nachbarschaftshilfe“ und trotzte dem TSV Herrsching ein 2:2-Unentschieden ab. So standen beide Teams punktgleich an der Spitze der Tabelle. Wie das Reglement vorsieht, musste gegen die Ammerseer ein Entscheidungsspiel her. Die halbe Mannschaft löste indes ihr Versprechen ein und ließ sich mit weiß-rot-weißen Haaren „verschönern“. Etwas irritierend fanden einige, weil man ja eigentlich noch nicht aufgestiegen war, doch wollte man die Verbundenheit mit dem Verein demonstrieren. Am 6.06.2007 war es dann so weit. Auf neutralem Platz in Weilheim erzielte Christoph Schleich vor über 800 Zuschauern das goldene Tor zum 1:0-Sieg. Damit stieg eine Mannschaft, in welcher das Durchschnittsalter stets bei 20,21 Jahren lag, in die Bezirksliga auf. Peiting schrieb also ein Jahr nach der deutschen Nationalmannschaft sein ganz eigenes „Sommermärchen“.  Die Meisterschaft wurde anschließend selbstverständlich, wie es sich in  Peiting nun mal gehört, gebührend gefeiert.

Vor der Saison 2007/2008 war man sich in der Marktgemeinde nicht ganz sicher, wo man eigentlich so steht. Nachdem man die Kreisliga im Jahr zuvor keinesfalls diktierte, war man sich eigentlich im kompletten Verein einig, dass es diese Saison lediglich gegen den Abstieg ginge. Doch die Mannschaft strafte alle Kritiker Lügen und spielte eine fantastische Runde, die man schlussendlich auf dem 6. Platz beendete. Nebenbei schaffte die 2. Mannschaft in Folge einer sensationellen Rückrunde, in der man neben einem Remis alle anderen Partien gewinnen konnte, als Meister in die Kreisklasse aufzusteigen. Markus Ansorge, der den Trainerposten vor der Saison übernommen hatte, schaffte es aus den jungen Kickern eine tolle Truppe zu formen. Ein idealer Unterbau also für unsere Bezirksligamannschaft.

Meistermannschaft 2008

Meistermannschaft 2008

Die 2. Mannschaft schaffte auch dank ihres neuen Trainers Markus Ansorge und aufgrund einer sensationellen Rückrunde den Aufstieg in die Kreisklasse