Die 90er Jahre

Der Start in die Bezirksligasaison 1989/90 war äußerst verheißungsvoll. Vier Siege in fünf Spielen und schon war man Tabellenführer auch in der Klasse, in der das Niveau höher zu sein vermag. Doch schnell wurde einem klar, dass bei der damals noch geltenden Zwei-Punkteregel solche Siege noch nicht so viel Wert waren. Während man heutzutage am 5. Spieltag bereits zwölf Punkte hätte, waren es im Mai 1990, und damit am Ende der Saison lediglich 16 Zähler. Oftmals waren die Mannen um Kapitän Hans Jakomet nicht mit Fortuna im Bunde, so dass sie ein ums andere Mal unglücklich verloren. Während sich Deutschland wiedervereinte und sich die Nationalmannschaft in Rom mit dem dritten Weltmeistertitel ihren verdienten Lohn abholte, war es für die FA nur der 12. Platz und damit der Abschied in die A-Klasse, in der man sich diesmal sogar etwas länger „aufhalten“ sollte. Die Reserve hingegen verstand es, im Gegensatz zur 1. Mannschaft sich besser an das höhere Niveau anzupassen, und konnte nach der Meisterschaft im Vorjahr auch den Titel in der Reservenrunde der Bezirksliga holen..

Deutschlands drittes Weltmeisterjahr war diesmal kein gutes für die FAP

Mit einem 6. Platz verabschiedete sich schließlich Franz Pech nach dem Spieljahr 1990/91 als Cheftrainer der Herrenmannschaften. Auch wenn es bei seiner „Abschiedstournee“ nicht mit dem erhofften direkten Wiederaufstieg geklappt hat, bleibt sein Name mit einer erfolgreichen Ära im Verein verbunden. Fünf Jahre lang hatte er den Posten als Verantwortlicher im sportlichen Bereich inne und feierte dabei in jedem Jahre einen Titel, denn die 2. Mannschaft errang auch in dieser Saison die Meisterschaft.

Lothar Wurm

Lothar Wurm

verstand es in Krisen wie bei
Erfolgen die Geschicke der FA zu lenken

Die Erwartungen waren hoch, als 1991 Ewald Nagel zum zweiten Mal als Coach gewonnen werden konnte. Klar, denn unter seiner Leitung klappte es ja bereits 1982 mit dem Aufstieg. Beinahe wäre ihm dies bereits in seiner „Comeback-Saison“ gelungen. Als Vizemeister erzwang man ein Qualifikationsspiel, welches jedoch leider nicht positiv gestaltet werden konnte. In einem packenden Spiel, in dem man eigentlich die stärkere Mannschaft war, scheiterten Peitings Fußballer erst in der Verlängerung am TSV Gräfelfing. In Tutzing unterlag man mit 0:2. Knackpunkt dabei waren sicherlich die beiden Zehn-Minuten Zeitstrafen, welche es damals alternativ zur Gelb-Roten Karte noch gab, in der Verlängerung.

Leider reichte es auch in den beiden Folgejahren, in denen Nagel „Chef“ war, nicht mit dem Aufstieg. Doch was noch nicht war, könnte ja noch kommen oder so ähnlich…

Nachfolger von Nagel wurde Norbert Mayr, seinerseits Spielertrainer aus Burggen, verpflichtet vom TSV Altenstadt. Ihm zur Seite stand Wolfgang Salzmann, der lange Zeit fester Bestandteil der 1.Mannschaft war. Er sollte das Amt nach eineinhalb Jahren später dann auch übernehmen.

Spiel gegen Bayer Leverkusen

Freundschaftsspiel gegen Bayer Leverkusen 1995

Der heutige 2. Vorstand und damalige Kapitän Hubert Strobel zusammen mit Ex-Nationalspieler Bernd Schuster

Eine Tradition „großer Spiele“ begann am 24.09.1995. Im Zuge des 25-jährigen Firmenjubiläum des Agfa-Werkes in Peiting, gelang es den Initiatoren Günter Rahm (damals Betriebsleiter), Peter Jocher (damals Vorsitzender des Agfa-Sportvereins und „Allzweckwaffe“ der FA) sowie Vorstand Lothar Wurm, die Bundesligaelf von Bayer 04 Leverkusen ins Stadion Birkenried zu locken. Ein Ensemble von Spielern aus Peiting, Altenstadt und Peißenberg, sowie Stefan Jocher, der vor der Saison zum 1.FC Garmisch abgewandert war, unterlag den Stars um Bernd Schuster, Rudi Völler und Co mit 1:6. Ein tolles Ereignis für über 2500 Zuschauer, das ja bekanntlich nicht das letzte seiner Art bleiben sollte.

Uwe Enzmann tritt die Nachfolge von Lothar Wurm als Abteilungsleiter an

Neben dem grünen Rasen mussten die Fußballer hingegen eine bitter Pille schlucken. Am 4. Juni 1996 trat Abteilungsleiter Lothar Wurm nach 19-jähriger Amtszeit zurück. Zusammen mit Leuten wie Alfons Rohrmoser, Hermann Lang, Georg Bauer, Roman Steeb oder Max Schmid prägte er wie kein zweiter das Vereinsleben der Fußballabteilung. Der Bau des Jugendvereinsheim 1984 war ein bedeutender Meilenstein seiner Schaffensperiode, um hier nur einen seiner Erfolge zu nennen, die er in den fast zwei Jahrzehnten, in der er Kopf des Vereins war, vorzuweisen hat. Sein Nachfolger wurde Uwe Enzmann, der bis heute die Geschicke leitet.

Ewald Nagel wird zum dritten Mal Chefcoach

In der Liga belegte man im Zeitraum von 1992-1998 lediglich vordere Mittelfeldplätze. Erst in der Saison 1998/1999 konnte man wieder ganz vorne angreifen. Am Ende standen die Jungs von Coach Wolfi Salzmann punktgleich mit dem SC Fürstenfeldbruck 2 an der Spitze der Kreisliga, wie die A-Klasse ab dieser Saison heißen sollte. Ein Entscheidungsspiel musste her. In Polling erzielte Roland Wolf zwar noch das 1:0, allerdings rissen vier Tore der Brucker binnen zehn Minuten die Peitinger aus jeglichen Meisterträumen. (Endstand: 2:4) Somit war es also „bloß“ der Vize-Titel, der jedoch noch zu den Aufstiegsspielen berechtigte. Dies wurde aber sang und klanglos mit 3:7 gegen Wolfratshausen verloren. Danach beendete Salzmann nach fünfjähriger Amtszeit (erst Co, dann Chef) seine Tätigkeit. Auf der Suche nach seinem Nachfolger wurde man schnell fündig. Zum dritten Mal sicherten sich die Peitinger die Dienste von Ewald Nagel.