Die „wilden“ 70er

Die Röcke wurden kürzer, die Haare länger, und bei der FA stieg das Anspruchsdenken. Bereits zu Beginn des Jahrzehnts konnten die Peitinger Fußballer dabei den bist dato größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte verbuchen. Im Spieljahr 1970/71 wurden die Mannen des damaligen Kaufbeurer Trainers Sepp Michalek Meister der A-Klasse, und das mit sage und schreibe acht Punkten Vorsprung. (Und dies bei der damals noch geltenden Zwei-Punkte Regel!!) Um das Erfolgsjahr zu komplettieren wurde man zusätzlich nach dem Endspielerfolg gegen Weilheim noch Zugspitzmeister. Nachdem das Hinspiel mit 2:1 gewonnen wurde, rettete FA-Keeper Georg Bauer mit seinen Glanzparaden im Rückspiel ein 0:0, was schließlich endgültig den Titel und den damit verbundenen allerersten Bezirksligaaufstieg einbrachte.

Meistermannschaft von 1971

Meistermannschaft von 1971

(hinten von links) Hans Schmausser, Sepp Michalik, Herbert
Schmid, Günther Hain, Helmut Fetschele, Josef Bauer, Klaus Lang, Hermann Lang, Alfons
Rohrmoser, Norbert Herz, Gustav Stifter (vorne von links) Reinhold Krause, Hubert Lang,
Franz Wörle, Georg Bauer, Werner Glas, Otto Fritsch, Max Schmid

Neben unserm „Schorsch“ waren in der Meisterelf weitere FA-Urgesteine wie Alfons Rohrmoser, Herbert Schmid, Hermann und Hubert Lang oder Max Schmid vertreten.

Zugspitzmeister und erster Bezirksligaaufstieg

Im ersten Jahr in der höheren Klasse konnte man dem Abstieg mit dem 11.Tabellenplatz noch entrinnen, wohingegen es uns im „verflixten“ zweiten Jahr, wie es stets im Fußballer-Jargon heißt, erwischte. Obwohl man in der Hinrunde noch in der Spitzengruppe mitmischen konnte, reichte es nach einem Einbruch in der Rückserie nur zum 15., und damit vorletzten Platz, was den Abstieg aus der Bezirksliga bedeutete. Doch wie heißt es so schön: Alles Negative, hat bisweilen auch immer etwas Gutes.

1974 sollte nicht nur für unsere Nationalmannschaft ein gelungenes Jahr werden

Und so war es dann auch. Denn die Saison 73/74, in der die Fußballabteilung übrigens 40 Jahre alt wurde, stellt im Nachhinein eine der erfolgreichsten der Historie dar. Nicht nur, dass die Reservemannschaft, im Übrigen immer eine Stärke der Abteilung, Meister ihrer Klasse wurde, auch die 1. Mannschaft holte den Titel in der A-Klasse. Darüber hinaus wurde sie nach einem 2:0 Finalerfolg über Ohlstadt Zugspitzmeister und stieg damit erneut in die Bezirksliga auf. Das tolle Spieljahr sollte ein Freundschaftsspiel gegen den TSV 1860 München abrunden. Auf dem hiesigen TSV-Platz unterlag das Team des damaligen Trainers Helmut Karg dem Bundesligisten lediglich mit 2:3. Die 650 Zuschauer wussten die Truppe um die beiden Torschützen, Max Schmid und Josef Stohr, nach vorne zu „peitschen“ und erlebten eine sich aufopfernde Peitinger Heimmannschaft. Deutschland wurde im eigenen Lande zum zweiten Male Fußballweltmeister und die Abteilung feierte neben dem runden Geburtstag ein überaus erfolgreiches Jahr.

„Und Geschichte wiederholt sich doch“, ist noch so eine Floskel die auf die Vereinsgeschichte der FA ein ums andere Mal zu zutreffen scheint. Denn nachdem man wiederum als Aufsteiger die Klasse halten konnte und Trainer Karg anschließend sein Amt niederlegte, war es in der Saison 1975/76 erneut nur der 15. Rang, woraufhin man leider wieder den Abstieg hinnehmen musste.

Zeitgleich fing das Trainerkarussell in Peiting an, heftig zu rotieren. Stets kurzatmige Engagements waren die Folge. Selbst der damalige Jugendleiter und erfolgreiche Jugendtrainer Hermann Lang  übernahm zweimal für je ein halbes Jahr den Cheftrainerposten der 1. Mannschaft.  Da zudem einige Spieler, völlig unverständlich abwanderten, ist es sicherlich als Teilerfolg zu betrachten, dass sich unsere Kicker in der A-Klasse festigen konnten. Nach zwei 8 .Plätzen folgten zwei 3. Plätze unter Trainer Ferdinand Hauke in den Spielzeiten 78/79 und 79/80.