Jugend

„Denkt daran, dass der Nachwuchs euer wertvollster Besitz im Verein und nicht ein Anhängsel ist. Es muss die schönste Aufgabe und Pflicht sein, junge Menschen in ihrer Freude am Sport zu fördern!“
Ein weiser Spruch, den der damalige Vorstand Schalk bereits 1949 zitierte und an dem man sich auch heute noch orientieren sollte.
Schon bald nach der Gründung der Fußballabteilung Peiting im Jahre 1934 wurde der Jugendspielbetrieb aufgenommen.
Nach dem Krieg wurde die Jugendarbeit rasch fortgesetzt. Maßgeblichen Anteil an der Wiederaufnahme hatten der damalige Kreisjugendleiter Kurt Hirche, sowie Jugendtrainer Georg Prinzing und Jugendwart Wolfgang Jendrosch.

Jungkicker

Aufstrebende Fußballerkicker

aus den ersten Jahren der Jugendmannschaften

Das erste offizielle Spiel der Jugendmannschaft nach dem Krieg fand am 9.11.47 gegen Schongau statt. Peiting unterlag zwar mit 1:6, am gleichen Tag besiegte die Schülermannschaft jedoch Hohenfurch mit 16:0.
Ab 1948 nahm sowohl die Schüler- als auch die Jugendmannschaft an einem geregelten Punktspielbetrieb teil.
Zum 1. April 1957 übernahm Otto Windorfer den Posten des Jugendleiters Er sollte 16 Jahre lang die Geschicke im Nachwuchsbereich der Fußballabteilung leiten. Unter seiner Regie ging es bei den jungen Fußballern stetig aufwärts.
Neben einigen Meistertiteln, welche die beiden Teams in jener Zeit erringen konnten, wurden immer wieder talentierte Nachwuchsspieler in die 1.Mannschaft eingebaut, die sich dort etablierten und einige von ihnen zu „Legenden“ im Peitinger Vereinsleben heranwuchsen.

Alfons Rohrmoser

Alfons Rohrmoser

übernahm zusammen mit Hermann Lang 1973 die Trainertätigkeit von Otto Windacher

Im Mai 1973 begann in der Jugendabteilung der FA ein neuer Abschnitt. Nach 16-jähriger Tätigkeit lösten die ehemaligen Jugendspielführer Alfons Rohrmoser und Hermann Lang ihren geschätzten Coach Otto Windacher in seinem Amt ab. Die Beiden sollten für geraume Zeit maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Werdegang des Peitinger Nachwuchses haben. Mit dem Generationswechsel in der Leitung vollzog sich auch ein entscheidender altersbedingter Umbruch innerhalb der Jugendspieler. Teil des Neuaufbaus waren bereits einige Leute wie beispielsweise Wolfgang Salzmann oder Peter Mühlegger, später verdiente Spieler der 1.Mannschaft.
In den 70er Jahren wurde schließlich auch die Einteilung der Jugend neu formiert. Aus den Schüler- und Jugendmannschaften wurden die C- bzw. A-Junioren. Und nach und nach sollten auch die übrigen Teams, sprich F-, E-, D- und B-Jugend, wie es auch heute noch eingeteilt ist, Einzug halten.
Ein hervorzuhebender Erfolg der A-Jugend war das Spieljahr 1975/76. Nachdem man bereits mit einem Endspielerfolg über den TSV Wolfratshausen die Zugspitzmeisterschaft feiern konnte und damit auch in die Bezirksoberliga aufstieg, zog man darüber hinaus in das Halbfinale des oberbayerischen Pokals ein. Ein 3:0-Sieg über den TSV Wasserburg (Torschützen waren 2x Siegi Pakleppa und Lothar Weiß) brachte die Truppe schließlich ins Finale. Wie bereits im Semifinale konnte Trainer Hermann Lang, obwohl man auf Grund der Auslosung auswärts hätte antreten müssen, mit relativ geringem Aufwand das Heimrecht „kaufen“. Gegner war nämlich kein geringerer als die Jugend des FC Bayern München. Über 1000 Zuschauer fieberten bei der Partie am heimischen TSV-Platz mit und sahen eine grandios aufspielende Heimmannschaft. Zwar unterlag man in der Verlängerung gegen die „kleinen Rekordmeister“ mit 0:1, man durfte sich dennoch als moralischer Sieger fühlen. Ein toller Erfolg, der noch lange in Erinnerung bleiben sollte. Auch hier zeigte sich bereits der sensationelle Zusammenhalt im gesamten Verein. Denn nach einer außerordentlichen Trockenperiode hatten unzählige Helfer tagelang damit zu tun, den Platz unter Wasser zu setzten, um ihn überhaupt bespielbar zu machen.

A-Jugend Zugspitzmeister 1976

A-Jugend Zugspitzmeister 1976 und Finalist um den Oberbayerischen Pokal

(hinten von
links) Jugendleiter Alfons Rohrmoser, Siegfried Eisenschmied, Helmut Wendlinger,
Gerhard Berchthold, Lothar Weiß, Max Schreiber, Willi Mayer, Trainer Hermann Lang
(vorne von links) Siegi Pakleppa, Hubert Baier, Klaus Floritz, Peter Reichelmeier, Alfred
Floritz, Hans Jakomet, Peter Mühlegger

Zwei Jahre lang konnte man sich letztlich in der Bezirksjugendliga halten ehe man im Sommer 78, auf Grund einer etwas diffusen Regelung wieder absteigen musste. Dennoch eine Zeit, in der die Spieler reichlich Erfahrung sammeln konnten.

1988 stieg die damalige C-Jugend um Spieler wie Alexander Rohrmoser und Stefan Jocher ebenfalls in die Bezirksjugendliga auf. Unter Trainer Thomas Strobel konnte man im ersten Jahr in der höheren Klasse den 9.Platz erringen, wobei man zweimal sogar die „Großen“ ärgern konnte. Beim 0:2 gegen den FC Bayern bot man eine wahre „Abwehrschlacht“ und bei der 0:1-Heimniederlage gegen den TSV 1860 verlor man nur wegen eines vom Schiedsrichter abgefälschten Tores. In der darauf folgenden Saison 89/90 belegte man schließlich hinter Bayern, Sechzig und 1860 Rosenheim einen herausragenden 4. Rang. Nebenbei holten die Jungs um die beiden erfolgreichsten Schützen, Michael Kreitl (14 Treffer) und Thomas Jocher (12), den Vizetitel hinter Bayern München um die oberbayerische Hallenmeisterschaft. Leider musst man im Folgejahr freiwillig „zurückziehen“, da für die beiden Trainer, Wolfgang Salzmann und Alfons Rohrmoser, altersbedingt nicht genügend Spieler nachrückten.

Jugendspieler in den 80er

Spieler der Jugendmannschaften Mitte der 80er Jahre

Die FA Peiting arbeitete schon damals kontinuierlich am Aufbau des eigenen Nachwuchses

Für Furore in der näheren Vergangenheit konnte vor allem der Jahrgang 1990 sorgen. Bereits im Sommer 2001 machten sie im zarten E-Jugendalter auf sich aufmerksam. Unter den beiden Trainern Siegi Pakleppa und Hubert Baier schaffte es die Mannschaft sich für das Finale des Merkur Cups zu qualifizieren. Der Merkur Cup ist eines der größten Fußballturnier Deutschlands, veranstaltet vom Münchner Merkur und mittlerweile von E.ON Vertrieb Bayern. Nachdem man sich dort im Finalturnier in der Vorrunde den 2.Platz hinter der SpVgg Unterhaching sicherte, scheiterte man letztendlich erst im Halbfinale am TSV 1860 München (Endstand: 0:2). Am Ende wurde man 4. von über 400 teilnehmenden Mannschaften. Ein toller Erfolg, der nicht der Letzte der Truppe sein sollt. 2003 wurde das Team ebenfalls 4. bei der oberbayerischen Hallenmeisterschaft (erneut scheiterte man an den „Löwen“ mit 1:2 in der Verlängerung). Und 2004 folgte als C-Jugendmannschaft der erste Aufstieg in die Bezirksoberliga. 2006 und 2008 sollten schließlich zwei weiter folgen (B- und A-Jugend).

Derzeit rangieren die A-Jugendlichen (U18), mittlerweile trainiert von den langjährigen Leistungsträger der 1.Mannschaft, Thomas Jocher und Thomas Schmid, in der BOL auf einem gesicherten Mittelfeldplatz. Der Klassenerhalt scheint so gut wie perfekt. Mit Christian Steeb und Stefan Pakleppa spielen diese Saison bereits zwei aus der Talentschmiede in der 1.Mannschaft. Man darf also gespannt sein, wenn nach diesem Jahr auch die übrigen Jungs des Teams, das zweifelsohne stets ein Aushängeschild der Abteilung war, zu den Senioren aufrücken.
Fast schon traditionell spielt man also im Großfeldbereich (D- bis A-Jugend) mit sämtlichen Mannschaften mindestens in der Kreisliga. Und in der Abteilung ist man durchaus guter Dinge, dass dies auch in der kommenden Spielzeit so sein wird. Wenngleich sowohl die D- (U12) als auch die B-Junioren (U16) derzeit noch um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Mit der C-Jugend (U14) steht man hingegen gesichert im Mittelfeld.
In dieser Altersklasse wird jeden Sommer darüber hinaus der so genannte Lech-Cup ausgespielt. Ein zweitägiges Fußballturnier, ausgerufen vom Schongauer Friseurteam Helmut Hunger, welches seit dem erstmaligen ausspielen im Jahre 1983 einen enormen Stellenwert in der Region hat. 2008 konnte man dieses unter den Trainern Thomas Fischer und Jugendleiter Hans Rössle zum bereits 7. Mal gewinnen. Nach 1985, 1990, 1991, 1995, 1998 und 2005 sicherte man sich mit einem 2:0 Finalerfolg über den VFL Denklingen den bedeutenden Titel. Mal sehen, ob es dem Team am 11./12. Juli gelingen wird, ihren „Coup“ zu wiederholen.

Bei unseren Jüngsten, den E- (U10) und F-Jugendlichen (U8) gehen jeweils drei Teams ins Rennen. Die Ergebnisse in diesen Altersklassen sind selbstverständlich sekundär. Das Erlernen des oft zitierten „Fußbaleinmaleins“ steht dabei absolut im Vordergrund. Fußball „boomt“ also immer noch, was die Abteilung jedes Jahr aufs Neue feststellen kann. Dass die beliebteste Nebensache der Welt keine reine Männerdomäne mehr ist, beweisen auch unsere Fußballmädels. Erstmals wurden zur Saison 2008/2009 drei eigene Mädchenmannschaften gemeldet (D-,C-,B-Jugend).
Derzeit jagen also sage und schreibe 15 Mannschaften dem runden Leder bei der FA Peiting hinterher. Natürlich stößt man dabei auch an gewisse Grenzen. Man bedenke nur einmal die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer, die es bei einem solchen Andrang bedarf. Mit der überschaubaren Möglichkeit an Sportstätten ist es außerdem jedes Jahr wieder eine enorme Herausforderung den Trainings- und Spielbetrieb zu koordinieren.

Verständlicherweise können bei einer derart hohen Anzahl von Mannschaften nur vereinzelte Erfolge, welche die Fußballabteilung in den vergangenen 75 Jahren mit ihren Nachwuchsmannschaften erringen konnten, aufgezeigt werden.
Man sollte jedoch neben allen Toren, Punkten, Titeln, Auf- und Abstiegen die soziale und erzieherische Verantwortung gegenüber den knapp 200 Kindern und Jugendlichen in unserem Verein nicht außer Acht lassen. Und einen Erfolg in diesen Bereichen kann man nun mal nicht in Zahlen messen.

Betrachtet man derzeit unsere Seniorenmannschaften, wird ebenfalls schnell klar, dass in der Vergangenheit doch einiges richtig gemacht wurde. Denn in einer Zeit, in der selbst in der Bezirksliga schon das Geld regiert und vor allem die Münchner Vereine oftmals ihre halbe Mannschaft austauschen, spielen in den Peitinger Teams zu über 90 Prozent Spieler, die bereits die Jugendmannschaften der Abteilung durchlaufen haben. Ein stabiles Gerüst also, so dass der FA auch in Zeiten, in denen es vielleicht einmal nicht so gut laufen wird wie momentan, nicht bange sein muss.

Bei der FA Peiting trägt man also das Wappen in der Brust… von klein auf!